Teil-Freigabe: Trinkwasser kann in weiten Teilen des Vorsorgebereiches Huckingen wieder uneingeschränkt genutzt werden
Die Netze Duisburg heben in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt die vorsorglichen Einschränkungen für die Trinkwassernutzung für weite Teile des Vorsorgebereiches in Huckingen mit sofortiger Wirkung auf. Das Trinkwasser kann dort wieder uneingeschränkt zum Trinken, zur Zubereitung von Speisen und Getränken sowie für alle weiteren Anwendungen genutzt werden.
Aufrechterhalten bleiben die vorsorglichen Maßnahmen als Vorsichtsmaßnahme für einzelne Straßenabschnitte der Dauner Straße und der Bitburger Straße, wo die ersten auffälligen Messwerte festgestellt wurden. Zudem gelten die Beschränkungen weiterhin für ein einzelnes Gebäude an der Remberger Straße (siehe Adressliste unten). Die Netze Duisburg haben die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner heute Morgen darüber schriftlich informiert.
Obwohl auch in diesen Bereichen alle Proben vom Montag befundfrei waren, sollen weitere Proben in den kommenden drei Tagen diese Ergebnisse vom Montag sowie vom Wochenende nachhaltig bestätigen. Sollten auch diese Beprobungen befundfrei sein, werden die Einschränkungen auch für diese Bereiche aufgehoben. Die Versorgung der Anwohnerinnen und Anwohner bleibt für die Dauer über Trinkwasserwagen an der Dauner Straße gesichert.
Grundlage für diese Entscheidung sind die Ergebnisse eines umfangreichen Untersuchungsprogramms und der eingeleiteten technischen Maßnahmen. Seit Freitag haben die Netze Duisburg rund 40 Laboruntersuchungen sowie rund 100 Schnelltests im betroffenen Gebiet durchgeführt. Bis auf eine einzige Ausnahme konnte dabei keine Überschreitung des geltenden Grenzwertes mehr festgestellt werden. Auch die jüngsten Labor-Untersuchungsergebnisse vom Montagnachmittag bestätigen, dass sich keine Spur von Blei im Trinkwasser nachweisen lässt. Anwohnerinnen und Anwohner können sich über die Messergebnisse sowie über die einzelnen Standorte der Probe-Entnahmen auf einer Übersichtskarte informieren, die auf der Internetseite www.netze-duisburg.de/trinkwasser-huckingen zu finden ist.
Parallel zu den umfangreichen Beprobungen haben die Netze Duisburg alle verfügbaren technischen Maßnahmen eingesetzt, um die Ursache einzugrenzen und das Netz zu sichern. Hierzu gehörten beispielsweise die Trennung von Hausanschlüssen nicht mehr bewohnter Immobilien sowie Spülungen des Trinkwassernetzes.
„Wir haben unsere personellen und technischen Kapazitäten erheblich ausgeweitet, um dieses umfangreiche Untersuchungsprogramm kurzfristig und am Wochenende umzusetzen. Mein Dank gilt insbesondere den beteiligten Laboren, die ihre Untersuchungskapazitäten kurzfristig erweitert und unsere Proben mit höchster Priorität analysiert haben. Erst diese große Zahl an Labor- und Schnelltests ermöglicht die belastbare Aussage, dass kein Eintrag mehr im Netz vorhanden ist und die eingeleiteten Maßnahmen ihre Wirkung gezeigt haben“, sagt Andreas Massing, Geschäftsführer der Netze Duisburg.
Die Aufhebung der vorsorglichen Maßnahmen für weite Teile des Vorsorgebereiches erfolgen in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt. „Die nun vorliegenden Untersuchungsergebnisse zeigen, dass keine Überschreitung der Grenzwerte mehr vorliegen. Wo zuvor Grenzwerte überschritten wurden, gehen wir aber auf Nummer sicher. Für die Dauer weiterer Proben halten wir die Einschränkung dort aufrecht“, erklärt Marina Lorsch, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamts Duisburg.
Nach Angaben des Gesundheitsamtes lag auch zuvor keiner der Messwerte in einem Bereich, in dem eine akute Toxizität, also das Potential einer akuten Bleivergiftung anzunehmen ist. Grundsätzlich beziehen sich Grenzwerte für Blei im Trinkwasser auf eine Menge, bei der auch bei andauernder Aufnahme keine Gesundheitsgefährdung anzunehmen ist. Es handelt sich bei den Grenzwerten nach Trinkwasserverordnung nicht um Grenzwerte, die bei zeitlich begrenzter Aufnahme als gefährdend eingestuft werden. Grenzwerte, die eine akute Bleivergiftung bei zeitlich begrenzter Aufnahme hervorrufen könnten, wurden zu keinem Zeitpunkt festgestellt.
Die Netze Duisburg hatten die vorsorglichen Maßnahmen am Donnerstag vergangener Woche in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt eingeleitet. Hierzu gehörten die Einrichtung eines Vorsorgebereichs, die Information aller betroffenen Haushalte, die Bereitstellung einer alternativen Trinkwasserversorgung über Wasserwagen sowie eine fortlaufende Information der Öffentlichkeit.
Die Netze Duisburg und das Gesundheitsamt Duisburg danken den Bürgerinnen und Bürgern im Vorsorgebereich für ihr Verständnis und ihre Geduld während der vergangenen Tage.
Für diese Adressen gelten weiterhin vorsorgliche Einschränkungen bei der Trinkwassernutzung:
- Dauner Straße von Hausnummer 20 bis 65
- Bitburger Straße von Hausnummer 1 bis 15 (nur ungerade Hausnummern)
- Remberger Straße 27
Zum Hintergrund:
Das in den Wasserwerken aufbereitete Trinkwasser wird fortlaufend und engmaschig untersucht und erfüllt sämtliche Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Das gesamte Trinkwassernetz in der Stadt wird mit mehreren tausend Proben pro Jahr untersucht, so dass tägliche Kontrollen gewährleistet sind. Zudem befinden sich im öffentlichen Trinkwassernetz der Netze Duisburg keine Bleileitungen, die als Ursache infrage kommen könnten. Für die Installationen innerhalb der Häuser ist der Eigentümer verantwortlich. Seit Januar 2026 sind Bleileitungen auch in Hausinstallationen untersagt.